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Fliegenfischen

Fliegenfischen: Der große Guide für Einsteiger und Profis

Fliegenfischen ist mehr als nur eine Angeltechnik – es ist eine Kunstform, eine Verbindung zur Natur und für viele eine lebenslange Leidenschaft. Ob Sie die ersten Schritte in dieser faszinierenden Welt wagen oder Ihre Technik verfeinern möchten, dieser umfassende Guide begleitet Sie auf Ihrem Weg. Wir erklären die Grundlagen, stellen die richtige Ausrüstung vor und teilen fortgeschrittene Techniken, die Ihr Fliegenfischen auf ein neues Niveau heben werden.

Die Magie des Fliegenfischens liegt in der perfekten Harmonie zwischen Angler, Ausrüstung und Natur. Der rhythmische Tanz der Fliegenschnur über dem Wasser, das präzise Platzieren der Fliege und der Moment, wenn ein Fisch anbeißt – all das macht diese Form des Angelns zu einem einzigartigen Erlebnis. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt des Fliegenfischens und entdecken Sie, warum diese Tradition seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht.

Was ist Fliegenfischen und warum ist es anders?

Die elegante Kunst des Fliegenfischens verbindet Technik mit Naturerlebnis

Fliegenfischen unterscheidet sich grundlegend von anderen Angelmethoden. Der wesentliche Unterschied liegt im Köder und der Wurftechnik. Beim konventionellen Angeln dient das Gewicht des Köders oder eines Bleis dazu, die Schnur auszuwerfen. Beim Fliegenfischen hingegen sind die künstlichen Fliegen nahezu gewichtslos. Hier übernimmt die speziell konstruierte, schwere Fliegenschnur die Funktion des Wurfgewichts.

Diese besondere Technik erfordert eine andere Herangehensweise und Ausrüstung. Die Fliegenrute ist länger und flexibler, die Fliegenrolle dient hauptsächlich als Schnurspeicher, und die Fliegenschnur selbst ist das zentrale Element des Wurfs. Durch präzise Bewegungen der Rute wird die Schnur in einer charakteristischen Schleife durch die Luft geführt, um die leichte Fliege an ihr Ziel zu bringen.

Die Philosophie des Fliegenfischens

Fliegenfischen ist mehr als nur eine Technik zum Fangen von Fischen. Es ist eine Philosophie, die auf Nachhaltigkeit, Respekt vor der Natur und einem tiefen Verständnis für aquatische Ökosysteme basiert. Viele Fliegenfischer praktizieren "Catch and Release", bei dem gefangene Fische schonend zurückgesetzt werden, um die Bestände zu erhalten.

Die Imitation natürlicher Insekten und Beutetiere erfordert ein genaues Beobachten der Natur. Fliegenfischer entwickeln ein tiefes Verständnis für Insektenarten, deren Lebenszyklus und das Fressverhalten der Fische. Diese Verbindung zur Natur macht das Fliegenfischen zu einer meditativen und erfüllenden Erfahrung, bei der der Fang oft zweitrangig wird.

Köderimitation und Präsentation

Die Kunst des Fliegenfischens liegt in der perfekten Imitation natürlicher Nahrungsquellen der Fische. Künstliche Fliegen werden in verschiedenen Formen und Größen hergestellt, um Insekten in verschiedenen Lebensstadien, kleine Fische oder andere Beutetiere nachzuahmen. Die drei Hauptkategorien sind:

Trockenfliegen

Schwimmen auf der Wasseroberfläche und imitieren ausgewachsene Insekten. Sie bieten ein besonders visuelles Angelerlebnis, da der Biss direkt beobachtet werden kann.

Nymphen

Sinken unter die Wasseroberfläche und imitieren Insektenlarven oder Nymphen. Sie werden oft in tieferen Gewässerbereichen eingesetzt, wo Fische den Großteil ihrer Nahrung finden.

Streamer

Größere Köder, die kleine Fische oder andere Beutetiere imitieren. Sie werden aktiv durch das Wasser geführt und sprechen vor allem Raubfische an.

Die Präsentation der Fliege ist ebenso wichtig wie die Fliege selbst. Eine natürliche Drift, bei der die Fliege mit der Strömung treibt, ohne unnatürliche Zugbewegungen zu zeigen, ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Diese Präzision und das Verständnis für das Verhalten der Fische machen das Fliegenfischen zu einer anspruchsvollen, aber äußerst befriedigenden Angelmethode.

Entdecken Sie die Kunst des Fliegenfischens

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Fliegenfischen lernen – Schritt für Schritt

Grundbegriffe und Setup verstehen

Bevor Sie die erste Fliegenrute in die Hand nehmen, ist es wichtig, die grundlegende Terminologie und das Setup zu verstehen. Die Fliegenfischerausrüstung besteht aus mehreren Komponenten, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen:

  • Fliegenrute: Länger und flexibler als herkömmliche Angelruten, kategorisiert nach Schnurklassen (#1-#12)
  • Fliegenrolle: Dient hauptsächlich als Schnurspeicher und zur Kontrolle beim Drill
  • Fliegenschnur: Das eigentliche Wurfgewicht, klassifiziert nach Gewicht und Schwimmverhalten
  • Backing: Zusätzliche Schnur auf der Rolle, die bei starken Fluchten des Fisches Reserven bietet
  • Vorfach: Verbindet Fliegenschnur und Fliege, wird zum Ende hin dünner (konisch)
  • Tippet: Das dünnste Endstück des Vorfachs, an dem die Fliege befestigt wird
  • Fliege: Künstlicher Köder, der Insekten oder andere Beutetiere imitiert

Die Schnurklasse Ihrer Rute sollte zur Fliegenschnur passen und sich nach der Zielart und den Gewässerbedingungen richten. Für Einsteiger ist eine mittlere Schnurklasse (#5-#6) ideal, da sie vielseitig einsetzbar ist.

Erste Würfe und Training an Land

Fliegenfischen am Regen
Das Training der Wurftechnik beginnt idealerweise auf einer freien Fläche

Die Wurftechnik ist das Herzstück des Fliegenfischens und erfordert etwas Übung. Beginnen Sie Ihr Training idealerweise auf einer freien Wiese oder einem anderen offenen Gelände, wo Sie keine Hindernisse haben. Hier sind die grundlegenden Schritte des Überkopfwurfs:

  1. Ausgangsposition: Stehen Sie aufrecht, Füße schulterbreit auseinander, Fliegenrute in der dominanten Hand.
  2. Grundhaltung: Halten Sie die Rute wie einen Tennisschläger, mit dem Daumen oben auf dem Griff.
  3. Startposition: Beginnen Sie mit etwa 10-15 Meter ausgerollter Schnur vor sich.
  4. Rückwurf: Heben Sie die Rutenspitze langsam an und beschleunigen Sie dann zügig nach hinten bis zur 1-Uhr-Position (rechter Winkel plus 15°).
  5. Stop: Halten Sie die Rute abrupt an, damit sich die Schnur hinter Ihnen ausrollen kann.
  6. Warten: Geben Sie der Schnur Zeit, sich hinter Ihnen vollständig auszurollen (1-2 Sekunden).
  7. Vorwurf: Beschleunigen Sie die Rute zügig nach vorne bis zur 10-Uhr-Position.
  8. Finaler Stop: Stoppen Sie die Rute abrupt, damit sich die Schnur vor Ihnen ausrollen kann.
  9. Ablegen: Senken Sie die Rutenspitze, um die Fliege sanft auf dem Boden oder Wasser abzulegen.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Wurf liegt in der Beschleunigung und dem abrupten Stopp der Rute. Die Rute sollte die Arbeit machen, nicht Ihr Arm oder Handgelenk. Üben Sie zunächst kurze Würfe und steigern Sie langsam die Distanz. Konzentrieren Sie sich auf eine saubere Schleifenbildung der Schnur.

"Der perfekte Wurf entsteht nicht durch Kraft, sondern durch Timing und Technik. Üben Sie regelmäßig und mit Geduld – die Eleganz kommt mit der Zeit."

- Erfahrener Fliegenfischer

Erste Ausflüge ans Wasser und einfache Taktiken

Wenn Sie die grundlegende Wurftechnik beherrschen, ist es Zeit für den ersten Ausflug ans Wasser. Wählen Sie für den Anfang ein übersichtliches Gewässer mit wenig Hindernissen und idealerweise einer sichtbaren Fischaktivität. Hier einige Tipps für Ihre ersten Schritte am Wasser:

  • Beobachten Sie zuerst: Nehmen Sie sich Zeit, das Gewässer zu beobachten. Achten Sie auf Fischaktivität, Insekten und Strömungsmuster.
  • Kurze Würfe: Beginnen Sie mit kurzen, kontrollierten Würfen in Ihrer Nähe, bevor Sie größere Distanzen versuchen.
  • Einfache Präsentation: Lassen Sie die Fliege natürlich mit der Strömung treiben, ohne unnatürliche Bewegungen zu erzeugen.
  • Positionierung: Stellen Sie sich so, dass Ihre Silhouette nicht auf das Wasser fällt und die Fische nicht verscheucht.
  • Reaktion auf Bisse: Heben Sie die Rutenspitze sanft an, wenn Sie einen Biss bemerken, um den Haken zu setzen.

Für Anfänger eignet sich besonders das Fischen mit einer Trockenfliege bei guter Sicht. Das visuelle Erlebnis, wenn ein Fisch Ihre Fliege von der Oberfläche nimmt, ist unvergleichlich und hilft Ihnen, ein Gefühl für das Timing beim Anhaken zu entwickeln.

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Ausrüstung beim Fliegenfischen – Die komplette Übersicht

Fliegenrute – Einhand und Zweihand

Verschiedene Fliegenruten für unterschiedliche Einsatzzwecke nebeneinander aufgestellt
Fliegenruten gibt es in verschiedenen Längen und Schnurklassen für unterschiedliche Einsatzzwecke

Die Fliegenrute ist das Herzstück Ihrer Ausrüstung und sollte sorgfältig ausgewählt werden. Es gibt zwei Haupttypen von Fliegenruten:

Einhandruten

Diese werden mit einer Hand geworfen und sind die häufigste Wahl für die meisten Angler. Sie eignen sich ideal für kleinere bis mittelgroße Gewässer und die meisten Fischarten. Einhandruten sind in Längen von 6-10 Fuß (ca. 1,80-3,00 m) erhältlich, wobei 9 Fuß (2,70 m) die Standardlänge für vielseitige Einsätze ist.

Zweihandruten

Diese längeren Ruten werden mit beiden Händen geworfen und ermöglichen größere Wurfweiten. Sie werden hauptsächlich beim Lachsfischen oder an großen Flüssen eingesetzt. Zweihandruten sind in Längen von 12-15 Fuß (ca. 3,60-4,50 m) erhältlich und erfordern spezielle Wurftechniken wie den Spey-Cast.

Fliegenruten werden nach Schnurklassen kategorisiert, die von #1 (ultraleicht) bis #12 (sehr schwer) reichen. Die Schnurklasse sollte zur Zielart und den Gewässerbedingungen passen:

Schnurklasse Ideale Verwendung Typische Zielfische Fliegengröße
#1-#3 Kleine Bäche, präzises Fischen Kleine Forellen, Äschen Sehr klein bis klein
#4-#6 Vielseitig, kleine bis mittlere Flüsse Forellen, Äschen, Barsche Klein bis mittel
#7-#8 Größere Flüsse, leichter Wind, Streamer Große Forellen, Hechte, Meerforellen Mittel bis groß
#9-#12 Große Gewässer, starker Wind, schwere Streamer Lachse, große Hechte, Salzwasserfische Groß bis sehr groß

Für Einsteiger empfehle ich eine 9-Fuß-Einhandrute der Schnurklasse #5 oder #6. Diese Kombination bietet die größte Vielseitigkeit und eignet sich für die meisten Situationen beim Fliegenfischen auf Forellen und ähnliche Arten.

Fliegenrolle – Bremse und Größen

Die Fliegenrolle dient primär als Schnurspeicher und zur Kontrolle des Fisches im Drill. Anders als beim konventionellen Angeln wird die Schnur beim Fliegenfischen nicht über die Rolle ausgeworfen, sondern mit der Hand. Dennoch ist die Qualität der Rolle wichtig, besonders bei größeren Fischen.

  • Größe: Die Rollengröße sollte zur Rutenklasse passen und ausreichend Platz für Fliegenschnur plus Backing bieten.
  • Material: Hochwertige Rollen bestehen aus Aluminium, das leicht und korrosionsbeständig ist.
  • Bremssystem: Es gibt zwei Haupttypen: Klickerbremsen (einfach, traditionell) und Scheibenbremsen (präziser, stärker).
  • Gewicht: Die Rolle sollte die Rute ausbalancieren, ohne sie kopflastig zu machen.

Moderne Fliegenrollen gibt es in zwei Hauptdesigns: Großkernrollen (Large Arbor) und Kleinkernrollen (Small Arbor). Großkernrollen bieten schnelleres Einrollen, weniger Schnurmemory und gleichmäßigere Bremskraft, weshalb sie für Einsteiger empfehlenswert sind.

Fliegenschnur – WF, DT, Sinktip, Schwimmschnur

Verschiedene Fliegenschnüre in unterschiedlichen Farben und Typen auf Spulen
Fliegenschnüre gibt es in verschiedenen Profilen und Schwimmeigenschaften

Die Fliegenschnur ist das eigentliche Wurfgewicht beim Fliegenfischen und kommt in verschiedenen Profilen (Tapern) und Schwimmeigenschaften. Die richtige Wahl hängt von Ihren Zielfischen und den Gewässerbedingungen ab.

Schnurprofile (Taper):

Weight Forward (WF)

Das Gewicht ist im vorderen Bereich der Schnur konzentriert, was längere Würfe und bessere Windperformance ermöglicht. Ideal für Einsteiger und die meisten Anwendungen.

Double Taper (DT)

Symmetrisch verjüngt an beiden Enden, ermöglicht präzisere Präsentation und sanfteres Ablegen. Gut für kurze bis mittlere Distanzen und technisches Fischen.

Shooting Taper (ST)

Kurzer, schwerer Kopf mit dünner Running Line für maximale Wurfweite. Für erfahrene Angler und spezielle Situationen wie Küstenfischen.

Schwimmeigenschaften:

  • Floating (F): Schwimmt auf der Wasseroberfläche, ideal für Trockenfliegen und flach geführte Nymphen.
  • Sinking Tip (ST): Vorderer Teil sinkt, hinterer Teil schwimmt. Gut für Nymphen und Streamer in mittlerer Tiefe.
  • Intermediate (I): Sinkt langsam, ideal für Fischen knapp unter der Oberfläche.
  • Sinking (S): Sinkt vollständig, kategorisiert nach Sinkrate (S1-S7). Für tiefes Wasser und Streamer.

Für Einsteiger empfehle ich eine Weight-Forward-Schwimmschnur (WF-F) in der passenden Schnurklasse zur Rute. Diese vielseitige Kombination eignet sich für die meisten Situationen und erleichtert das Erlernen der Wurftechnik.

Vorfach und Tippet – Durchmesser, Längen, Material

Das Vorfach verbindet die sichtbare Fliegenschnur mit der Fliege und wird zum Ende hin immer dünner (konisch). Es besteht aus dem eigentlichen Vorfach und dem Tippet (Spitze). Das Vorfach sollte unsichtbar für den Fisch sein und die Fliege natürlich präsentieren.

Vorfachstärke Durchmesser (mm) Tragkraft (kg) Empfohlene Verwendung
7X 0,10 1,0 Kleine Trockenfliegen, scheue Fische
6X 0,13 1,5 Kleine bis mittlere Fliegen, Forellen
5X 0,15 2,0 Universell für Forellen, mittlere Fliegen
4X 0,18 2,7 Größere Forellen, Nymphen, kleine Streamer
3X 0,20 3,4 Große Forellen, mittlere Streamer
2X-0X 0,23-0,28 4,0-6,0 Große Streamer, Hechte (mit Stahlvorfach)

Vorfächer gibt es in zwei Hauptmaterialien:

Nylon (Monofilament)

Kostengünstiger, flexibler und mit mehr Dehnung. Ideal für Trockenfliegen, da es auf der Wasseroberfläche schwimmt. Nachteil: Höhere Sichtbarkeit im Wasser und geringere Abriebfestigkeit.

Fluorocarbon

Nahezu unsichtbar im Wasser, höhere Abriebfestigkeit und weniger Dehnung. Sinkt im Wasser, daher ideal für Nymphen und Streamer. Nachteil: Teurer und weniger flexibel, was die Präsentation beeinflussen kann.

Die Standardlänge für Vorfächer beträgt etwa 9 Fuß (2,70 m), kann aber je nach Situation variieren. Für scheue Fische und klares Wasser sind längere Vorfächer von bis zu 12 Fuß (3,60 m) vorteilhaft, während in bewachsenen Gewässern kürzere Vorfächer von 7,5 Fuß (2,25 m) praktischer sein können.

Fliegenbox – Grundsortiment Trockenfliegen, Nymphen, Streamer

Gut sortierte Fliegenbox mit verschiedenen Trockenfliegen, Nymphen und Streamern
Eine gut sortierte Fliegenbox ist die Grundlage für erfolgreiche Angeltage

Eine gut sortierte Fliegenbox ist entscheidend für erfolgreiche Angeltage. Als Einsteiger benötigen Sie nicht Hunderte von Mustern, sondern eine durchdachte Auswahl bewährter Fliegen. Hier ein Grundsortiment für mitteleuropäische Gewässer:

Trockenfliegen

  • Adams (#12-16)
  • Elk Hair Caddis (#14-18)
  • Parachute-Muster (#14-18)
  • Blue Winged Olive (#16-20)
  • Klinkhammer (#14-18)
  • Maifliege (#10-12)

Nymphen

  • Goldkopf-Nymphe (#12-16)
  • Pheasant Tail (#14-18)
  • Hare's Ear (#12-16)
  • Czech Nymphe (#10-14)
  • Perdigon (#14-18)
  • Caddis Larve (#12-16)

Streamer

  • Woolly Bugger (#6-10)
  • Zonker (#6-8)
  • Muddler Minnow (#8-10)
  • Sculpin (#6-8)
  • Marabou Streamer (#6-10)
  • Hechtstreamer (#2-4)

Achten Sie darauf, jedes Muster in verschiedenen Größen und Farben zu haben. Dunkle Muster funktionieren oft besser bei bewölktem Himmel und trübem Wasser, während helle Muster bei Sonnenschein und klarem Wasser erfolgreicher sein können.

Tipp für Einsteiger: Statt viele verschiedene Muster zu kaufen, ist es sinnvoller, wenige bewährte Muster in unterschiedlichen Größen und Farben zu haben. Beobachten Sie das Gewässer und die aktiven Insekten, um die passende Fliege auszuwählen.

Wathose, Watstiefel, Kescher, Brille, Zubehör

Neben der Kernausrüstung gibt es weiteres Zubehör, das das Fliegenfischen komfortabler und erfolgreicher macht:

  • Wathose: Ermöglicht das Betreten des Wassers und bessere Positionierung. Es gibt atmungsaktive Modelle (teurer, komfortabler) und Neopren-Modelle (robuster, wärmer im Winter).
  • Watstiefel: Werden über der Wathose getragen und bieten Grip auf rutschigem Untergrund. Filzsohlen bieten besten Halt, sind aber in manchen Regionen wegen der Verbreitung invasiver Arten verboten.
  • Watstock: Bietet zusätzliche Stabilität in strömenden Gewässern und hilft, die Wassertiefe zu prüfen.
  • Polarisationsbrille: Eliminiert Wasserreflexionen und ermöglicht es, Fische und Strukturen unter Wasser zu erkennen. Ein absolutes Muss!
  • Kescher: Idealerweise mit gummierten, knotenfreien Netzen, die die Schleimschicht der Fische schonen.
  • Fliegenweste/Sling Pack: Bietet Stauraum für Fliegenboxen, Vorfachmaterial und weiteres Zubehör in Reichweite.
  • Fliegenfett: Hält Trockenfliegen schwimmfähig.
  • Hakenlöser/Zange: Zum schonenden Lösen des Hakens.
  • Vorfachmaterial: Zum Erneuern abgenutzter Tippets.
  • Bissanzeiger: Kleine farbige Indikatoren für das Nymphenfischen.
Mit der richtigen Ausrüstung steht einem erfolgreichen Angeltag nichts im Weg

Empfehlungs-Setups für Forelle, Äsche, Hecht, Meerforelle, Lachs in DACH

Je nach Zielfischart und Gewässer variiert die optimale Ausrüstung. Hier sind bewährte Setups für die beliebtesten Zielfische im deutschsprachigen Raum:

Fischart Rutenklasse Rutenlänge Schnurtyp Vorfachstärke Empfohlene Fliegen
Forelle (Bach/Fluss) #3-#5 8'6"-9' (2,60-2,70m) WF-F 5X-6X Trockenfliegen, Nymphen, kleine Streamer
Äsche #3-#4 9'-10' (2,70-3,00m) WF-F 6X-7X Kleine Trockenfliegen, Nymphen
Hecht #7-#9 9' (2,70m) WF-F/I 0X + Stahlvorfach Große Streamer, Popper
Meerforelle #6-#8 9'-10' (2,70-3,00m) WF-F/I 2X-3X Garnelen-Imitate, Streamer
Lachs #9-#11 oder Zweihand #7-#9 9'-10' oder 12'-15' (Zweihand) WF-F/S oder Spey-Schnüre 0X-1X Lachsfliegen, Tuben

Typische Fehlkäufe vermeiden: Viele Einsteiger investieren zu viel in eine hochwertige Rolle, während die Qualität der Rute und Schnur wichtiger ist. Auch der Kauf zu vieler Fliegenmuster ist ein häufiger Fehler – konzentrieren Sie sich auf wenige bewährte Muster in verschiedenen Größen.

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Wurftechnik und Präsentation

Grundwürfe – Overhead, Rollwurf

Fliegenfischer demonstriert den perfekten Überkopfwurf mit schöner Schleifenbildung
Der Überkopfwurf ist die Grundlage aller Wurftechniken beim Fliegenfischen

Die Beherrschung grundlegender Wurftechniken ist entscheidend für erfolgreiches Fliegenfischen. Die zwei wichtigsten Grundwürfe, die jeder Fliegenfischer beherrschen sollte, sind:

Überkopfwurf (Overhead Cast)

Der klassische Wurf, bei dem die Schnur in einer vertikalen Ebene über dem Kopf geführt wird. Die Grundschritte:

  1. Rückwurf mit Beschleunigung bis zur 1-Uhr-Position
  2. Abrupter Stopp, um die Rute aufzuladen
  3. Kurze Pause, bis die Schnur sich hinter Ihnen ausgestreckt hat
  4. Vorwurf mit Beschleunigung bis zur 10-Uhr-Position
  5. Abrupter Stopp, um die Energie auf die Schnur zu übertragen
  6. Sanftes Absenken der Rutenspitze zum Ablegen der Fliege

Rollwurf (Roll Cast)

Ideal, wenn der Platz hinter Ihnen begrenzt ist (z.B. durch Bäume oder Büsche). Die Grundschritte:

  1. Schnur vor sich auf dem Wasser ausbreiten
  2. Rute langsam nach hinten heben bis zur 1-Uhr-Position
  3. Kurze Pause, damit sich die Schnur in einer D-Schlaufe neben Ihnen anordnet
  4. Kräftiger Vorwurf mit Beschleunigung und abruptem Stopp
  5. Die Schnur rollt sich über die Wasseroberfläche aus

Der Schlüssel zu erfolgreichen Würfen liegt in der richtigen Beschleunigung und dem präzisen Timing des Stopps. Üben Sie zunächst mit kurzen Schnurlängen und steigern Sie die Distanz langsam, wenn die Grundbewegung sitzt.

Double Haul einfach erklärt

Der Double Haul ist eine fortgeschrittene Technik, die es ermöglicht, die Schnur schneller zu beschleunigen und damit weitere Würfe zu erzielen. Sie ist besonders nützlich bei Wind oder wenn größere Distanzen überbrückt werden müssen.

  1. Ausgangsposition: Normale Wurfhaltung, mit etwa 10-15 Meter ausgerollter Schnur.
  2. Schnurhand: Die nicht-werfende Hand hält die Schnur zwischen Rolle und erstem Rutenring.
  3. Rückwurf beginnen: Starten Sie den normalen Rückwurf.
  4. Erster Haul (Rückwurf): Während der Rute nach hinten beschleunigt, ziehen Sie mit der Schnurhand etwa 30-60 cm Schnur nach unten ("haul").
  5. Schnur freigeben: Nach dem Stopp des Rückwurfs führen Sie die Schnurhand wieder nach oben, um die gezogene Schnur freizugeben.
  6. Vorwurf beginnen: Starten Sie den normalen Vorwurf.
  7. Zweiter Haul (Vorwurf): Während die Rute nach vorne beschleunigt, ziehen Sie erneut mit der Schnurhand Schnur nach unten.
  8. Ablegen: Nach dem Stopp des Vorwurfs geben Sie die nötige Schnur frei, um die Fliege abzulegen.

Der Double Haul erfordert Übung und Koordination. Beginnen Sie langsam und konzentrieren Sie sich auf das Timing. Mit der Zeit wird die Bewegung flüssiger und Sie können die Länge des Hauls erhöhen, um mehr Geschwindigkeit zu erzeugen.

"Der Double Haul ist wie Fahrradfahren – anfangs schwierig zu koordinieren, aber sobald man es einmal beherrscht, vergisst man es nie wieder."

Mending und Drift-Kontrolle

Mending ist eine Technik, bei der die Schnur auf dem Wasser neu positioniert wird, um eine natürlichere Drift der Fliege zu ermöglichen. In strömenden Gewässern kann die Schnur durch unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten gezogen werden, was zu einer unnatürlichen Präsentation führt.

  • Upstream Mend: Die Schnur wird stromaufwärts bewegt, um die Drift zu verlangsamen. Heben Sie die Rutenspitze an und bewegen Sie sie mit einer schnellen Bewegung stromaufwärts, ohne die Fliege zu bewegen.
  • Downstream Mend: Die Schnur wird stromabwärts bewegt, um die Drift zu beschleunigen. Nützlich, wenn die Fliege schneller als die Hauptströmung treiben soll.
  • Reach Cast: Ein präventives Mending, bei dem die Rute am Ende des Vorwurfs seitlich bewegt wird, um die Schnur bereits in der gewünschten Position abzulegen.

Das Ziel ist immer eine "drag-free drift" – eine Drift ohne unnatürlichen Zug auf der Fliege. Dies ist besonders wichtig beim Fischen mit Trockenfliegen, da Fische schnell misstrauisch werden, wenn sich die Fliege unnatürlich bewegt.

Präsentation – Trockenfliege, Nymphe, Streamer

Nahaufnahme einer perfekt präsentierten Trockenfliege auf der Wasseroberfläche
Die perfekte Präsentation einer Trockenfliege ist entscheidend für den Erfolg

Die Präsentation des Köders ist ebenso wichtig wie die Wurftechnik selbst. Je nach Fliegentyp variieren die optimalen Präsentationstechniken:

Trockenfliege

Ziel: Natürliches Driften auf der Wasseroberfläche ohne Schleppeffekt (Drag).

Technik:

  • Präzises Platzieren oberhalb des Fisches
  • Mending für drag-free drift
  • Schnur locker halten für natürliche Bewegung
  • Bei Bedarf leichtes Zittern der Rutenspitze für Bewegung

Nymphe

Ziel: Natürliches Abtreiben in der richtigen Wassertiefe.

Technik:

  • Upstream-Wurf für natürliche Drift
  • Kontrolliertes Durchsinken lassen
  • Schnur unter Spannung halten für Bisserkennung
  • Bissanzeiger für bessere Sichtbarkeit
  • Tiefe durch Gewicht und Strömungsgeschwindigkeit kontrollieren

Streamer

Ziel: Imitation eines fliehenden Beutefisches oder anderen Beutetiers.

Technik:

  • Across-downstream-Wurf
  • Aktives Einstrippen mit variierender Geschwindigkeit
  • Pausen einlegen für sinken und Richtungswechsel
  • Rutenspitze bewegen für zusätzliche Aktion
  • Verschiedene Tiefen und Geschwindigkeiten testen

Experimentieren Sie mit verschiedenen Präsentationstechniken, um herauszufinden, was an einem bestimmten Tag und Gewässer am besten funktioniert. Oft macht eine kleine Änderung in der Präsentation den entscheidenden Unterschied.

Häufige Wurffehler und schnelle Korrekturen

Häufige Wurffehler

  • Offene Schlaufe: Zu weite Bewegung der Rutenspitze während des Wurfs.
  • Tailing Loop: Zu starke Beschleunigung am Ende des Wurfs.
  • Schnur knallt auf Wasser: Zu früher oder zu später Stopp beim Vorwurf.
  • Fliege trifft Rute/Angler: Zu wenig Pause zwischen Rück- und Vorwurf.
  • Schnur erreicht Ziel nicht: Zu wenig Schnur außerhalb der Rutenspitze oder zu schwacher Haul.

Schnelle Korrekturen

  • Offene Schlaufe: Rutenspitze auf gerader Linie führen, Bewegungsradius verkleinern.
  • Tailing Loop: Gleichmäßigere Beschleunigung, weniger Kraft am Ende des Wurfs.
  • Schnur knallt auf Wasser: Timing des Stopps anpassen, Rutenspitze höher halten.
  • Fliege trifft Rute/Angler: Längere Pause zwischen Rück- und Vorwurf einlegen.
  • Schnur erreicht Ziel nicht: Mehr Schnur außerhalb der Rutenspitze, stärkerer Haul.

Die meisten Wurffehler lassen sich durch bewusstes Üben und Fokussieren auf die Grundprinzipien korrigieren. Filmen Sie sich gelegentlich selbst oder lassen Sie sich von einem erfahrenen Angler Feedback geben. Oft sind es kleine Anpassungen, die große Verbesserungen bewirken.

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Fliegenmuster und wann welche Fliege funktioniert

Trockenfliegen – Basics und Auswahl nach Insekten

Verschiedene Trockenfliegen in unterschiedlichen Größen und Mustern
Trockenfliegen imitieren ausgewachsene Insekten auf der Wasseroberfläche

Trockenfliegen imitieren ausgewachsene Insekten, die auf der Wasseroberfläche landen, schlüpfen oder ihre Eier ablegen. Die Auswahl der richtigen Trockenfliege basiert auf der Beobachtung der aktiven Insekten am Gewässer.

Insektentyp Empfohlene Fliegenmuster Beste Jahreszeit Typische Größen
Eintagsfliegen (Mayflies) Adams, Blue Winged Olive, Parachute-Muster Frühling bis Herbst #12-20
Köcherfliegen (Caddis) Elk Hair Caddis, X-Caddis, Goddard Caddis Spätes Frühjahr bis Herbst #12-18
Steinfliegen (Stoneflies) Stimulator, Madam X, Kaufmann Stone Frühling bis Frühsommer #6-12
Terrestrials (Landinsekten) Ameisen, Käfer, Grashüpfer, Wespen Sommer bis Frühherbst #10-18
Mücken (Midges) Griffith's Gnat, CDC Midge, Klinkhammer Ganzjährig, besonders Winter #18-24

Bei der Auswahl von Trockenfliegen sollten Sie auf folgende Faktoren achten:

  • Größe: Wählen Sie eine Fliegengröße, die den natürlichen Insekten am Gewässer entspricht. Im Zweifelsfall ist eine Nummer kleiner oft besser als zu groß.
  • Silhouette: Die Form der Fliege sollte dem natürlichen Vorbild entsprechen (z.B. aufrechte Flügel bei Köcherfliegen).
  • Farbe: Achten Sie auf die Grundfarbe der natürlichen Insekten. Bei unsicheren Bedingungen sind gedämpfte, natürliche Farben oft erfolgreicher.
  • Schwimmfähigkeit: Behandeln Sie Ihre Trockenfliegen mit Fliegenfett, um ihre Schwimmfähigkeit zu verbessern.

Nymphen – Euro Nymphing, Indikator-Methoden

Nymphen imitieren die Larvenstadien von Insekten unter Wasser und sind oft erfolgreicher als Trockenfliegen, da Fische etwa 80% ihrer Nahrung unter der Wasseroberfläche aufnehmen. Es gibt verschiedene Techniken für das Nymphenfischen:

Traditionelles Nymphenfischen

Hierbei wird die Nymphe unter einem Indikator (Bissanzeiger) oder einer Trockenfliege (als natürlicher Indikator) gefischt. Der Indikator zeigt an, wenn ein Fisch die Nymphe genommen hat.

Vorteile:

  • Einfach zu erlernen
  • Gute Bisserkennung
  • Effektiv in verschiedenen Gewässern

Euro Nymphing / Czech Nymphing

Eine spezialisierte Technik, bei der mit längeren Ruten, dünnen Schnüren und schwereren Nymphen gefischt wird. Die Schnur wird dabei unter Spannung gehalten, um Bisse direkt zu spüren.

Vorteile:

  • Präzise Kontrolle der Nymphentiefe
  • Direkte Bissübertragung
  • Effektiv in schnell fließenden Gewässern
  • Weniger Hänger durch bessere Kontrolle

Beim Nymphenfischen ist die Tiefenkontrolle entscheidend. Die Nymphe sollte idealerweise knapp über dem Gewässergrund driften. Dies wird durch das Gewicht der Nymphe, die Länge des Vorfachs und die Strömungsgeschwindigkeit beeinflusst.

Tipp für erfolgreiches Nymphenfischen: Achten Sie auf subtile Bewegungen des Indikators – oft sind die Bisse kaum wahrnehmbar. Ein kurzes Stoppen, Zucken oder Abtauchen des Indikators kann bereits auf einen Biss hindeuten.

Streamer – Führung und Räuber

Verschiedene Streamer-Muster für Hecht und Forelle in einer Fliegenbox
Streamer imitieren Beutefische und andere größere Nahrungsquellen

Streamer imitieren Beutefische, Krebse oder andere größere Nahrungsquellen und sprechen vor allem den Raubinstinkt der Fische an. Sie werden aktiv durch das Wasser geführt und eignen sich besonders für größere Fische wie Forellen, Hechte oder Barsche.

  • Führungstechniken:
    • Strip-Retrieve: Gleichmäßiges Einziehen der Schnur mit der Hand in kurzen oder langen Zügen.
    • Puls-Retrieve: Rhythmisches Einziehen mit Pausen, um einen verletzten Beutefisch zu imitieren.
    • Swing: Den Streamer quer zur Strömung auswerfen und mit der Strömung schwingen lassen.
    • Dead-Drift: Den Streamer natürlich mit der Strömung treiben lassen, besonders effektiv in schnellem Wasser.
  • Streamer-Auswahl nach Zielfisch:
    • Forelle: Woolly Bugger, Muddler Minnow, Zonker (#6-10)
    • Hecht: Deceiver, Bunny Leech, Pike Fly (#1/0-4)
    • Barsch: Clouser Minnow, Woolly Bugger, Streamer mit Glitzermaterial (#4-8)
    • Meerforelle: Pattegrisen, Magnus, Polar Magnus (#4-8)

Beim Streamerfischen ist Geduld gefragt. Variieren Sie die Führungsgeschwindigkeit, Tiefe und das Muster, bis Sie die richtige Kombination gefunden haben. Oft lösen aggressive, schnelle Bewegungen Attacken aus, während an anderen Tagen eine langsame, subtile Präsentation erfolgreicher ist.

Saison-Kalender – Frühling, Sommer, Herbst, Winter

Die Wahl der richtigen Fliege hängt stark von der Jahreszeit und den damit verbundenen Insektenschlüpfen ab. Hier ein saisonaler Leitfaden für mitteleuropäische Gewässer:

Jahreszeit Typische Insekten Empfohlene Fliegenmuster Besonderheiten
Frühling (März-Mai) Dunkle Eintagsfliegen, frühe Köcherfliegen, Mücken March Brown, Blue Dun, Hasen-Ohr-Nymphe, kleine dunkle Streamer Oft noch kaltes Wasser, tiefere Präsentation, Ende Mai Maifliegen-Schlupf
Sommer (Juni-August) Vielfältige Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Landinsekten Pale Morning Dun, Elk Hair Caddis, Ameisen, Käfer, Grashüpfer Früh morgens und abends fischen, bei Hitze tiefere Gewässerbereiche
Herbst (September-November) Herbst-Eintagsfliegen, Köcherfliegen, fallende Landinsekten Blue Winged Olive, October Caddis, Streamer in Herbstfarben Aggressive Forellen vor der Laichzeit, Streamer oft sehr effektiv
Winter (Dezember-Februar) Hauptsächlich Mücken, wenige aktive Insekten Kleine Mückenlarven, Zebra Midge, kleine Nymphen (#18-22) Langsame, tiefe Präsentation, wärmere Tagesstunden nutzen

Praktische Faustregel: Beobachten Sie vor dem Fischen mindestens 15 Minuten das Gewässer. Achten Sie auf Insekten in der Luft, auf dem Wasser und unter Steinen am Ufer. Passen Sie Ihre Fliegenwahl an die vorhandenen Insekten an – in Größe, Form und Farbe.

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Lesen des Wassers – Spot-Auswahl

Strömungskanten, Gumpen, Rauschen, Kehrwasser

Fluss mit verschiedenen Strömungsmustern, Gumpen und Kehrwasser
Das Erkennen verschiedener Strömungsmuster ist entscheidend für erfolgreiche Angelplätze

Das "Lesen des Wassers" ist eine der wichtigsten Fähigkeiten beim Fliegenfischen. Fische halten sich bevorzugt an bestimmten Stellen auf, die Schutz, Nahrung und Sauerstoff bieten. Hier sind die wichtigsten Strukturen, nach denen Sie Ausschau halten sollten:

Strömungskanten

Bereiche, wo schnelle und langsame Strömung aufeinandertreffen. Fische positionieren sich oft an diesen Kanten, um mit minimalem Energieaufwand Nahrung abzufangen, die mit der schnelleren Strömung transportiert wird.

Gumpen (Pools)

Tiefere, ruhigere Wasserbereiche, oft hinter Hindernissen oder in Außenkurven. Bieten Schutz und Ruhezonen für größere Fische. Am Kopf und Schwanz der Gumpen, wo das Wasser ein- und ausströmt, finden sich oft die besten Standplätze.

Rauschen (Riffles)

Flache Bereiche mit schnellerer, sauerstoffreicher Strömung und kiesigem Grund. Besonders in der Dämmerung bieten sie gute Nahrungsgründe für Forellen, die hier aktiv nach Insekten jagen.

Kehrwasser (Eddies)

Rückströmungen hinter Hindernissen, wo sich oft Nahrung ansammelt. Fische stehen hier gerne, um mit minimalem Energieaufwand zu fressen. Die Strömungsgrenze zwischen Hauptströmung und Kehrwasser ist besonders produktiv.

Unterspülte Ufer

Bieten Schutz vor Prädatoren und oft kühleres Wasser. Besonders große Forellen finden sich häufig unter überhängenden Ufern oder Wurzeln. Präzises Werfen ist hier entscheidend.

Achten Sie auch auf Hindernisse im Wasser wie Felsen, versunkene Baumstämme oder Wasserpflanzen. Diese schaffen Strömungsschatten, in denen Fische energiesparend stehen können, und bieten gleichzeitig Schutz vor Fressfeinden.

Standplätze von Forelle und Äsche

Forellen und Äschen haben unterschiedliche Präferenzen bei der Wahl ihrer Standplätze, obwohl sie oft in denselben Gewässern vorkommen:

Forelle

Bevorzugte Standplätze:

  • Am Kopf von Gumpen, wo sauerstoffreiches Wasser einströmt
  • Hinter und neben Steinen oder anderen Strömungshindernissen
  • Unter überhängenden Ufern und Vegetation
  • An Strömungskanten zwischen schnellem und langsamem Wasser
  • In tieferen Rinnen innerhalb von Rauschen

Verhalten: Forellen sind territorial und besetzen feste Standplätze. Sie bewegen sich oft nur wenige Meter, um Nahrung aufzunehmen, und kehren dann zu ihrem Standplatz zurück.

Äsche

Bevorzugte Standplätze:

  • In gleichmäßig fließenden Bereichen mit kiesigem Grund
  • Am Übergang von Rauschen zu tieferen Bereichen
  • In mittleren Tiefen mit moderater Strömung
  • Oft in kleinen Gruppen (Trupps)
  • Seltener unter Unterspülungen oder direkt an Hindernissen

Verhalten: Äschen sind weniger territorial und bewegen sich häufiger. Sie stehen oft in kleinen Gruppen und können größere Strecken zurücklegen, um Nahrung zu finden.

Beide Arten bevorzugen sauerstoffreiches, kühles Wasser und reagieren empfindlich auf Umweltveränderungen. Bei steigenden Wassertemperaturen ziehen sie sich in tiefere, kühlere Bereiche zurück.

Temperatur, Wasserstand, Wetter und deren Einfluss

Umweltfaktoren haben einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten der Fische und sollten bei der Planung Ihrer Angelstrategie berücksichtigt werden:

Faktor Einfluss auf Fischverhalten Anpassung der Angeltaktik
Wassertemperatur - Unter 5°C: Minimale Aktivität
- 8-12°C: Zunehmende Aktivität
- 12-18°C: Optimale Aktivität für Forellen
- Über 20°C: Stress, Rückzug in tiefere, kühlere Bereiche
- Kalt: Langsame, tiefe Präsentation, Nymphen
- Optimal: Vielseitige Techniken möglich
- Warm: Früh morgens/abends fischen, tiefere Bereiche
Wasserstand - Niedrig: Fische konzentrieren sich in tieferen Bereichen
- Normal: Typische Standplätze besetzt
- Hoch: Fische suchen Schutz nahe am Ufer, in Buchten
- Niedrig: Vorsichtiges Annähern, feinere Vorfächer
- Normal: Standardtaktiken
- Hoch: Größere, auffälligere Fliegen, Uferbereiche befischen
Wasserklarheit - Klar: Fische sind scheuer, sehen besser
- Leicht eingetrübt: Oft ideale Bedingungen
- Stark getrübt: Fische verlassen sich mehr auf andere Sinne
- Klar: Längere, dünnere Vorfächer, kleinere Fliegen
- Leicht eingetrübt: Standardtaktiken
- Stark getrübt: Größere, auffälligere Fliegen, Streamer
Wetter - Sonnig: Fische meiden flache, exponierte Bereiche
- Bewölkt: Erhöhte Aktivität in allen Wassertiefen
- Regnerisch: Oft gute Bedingungen durch Nahrungseintrag
- Starker Wind: Erschwert das Werfen, bringt aber Nahrung
- Sonnig: Tiefere Bereiche, Schatten befischen
- Bewölkt: Ideal für Trockenfliegen
- Regnerisch: Terrestrials und Streamer
- Windig: Windgeschützte Bereiche suchen, schwerere Fliegen

"Das Wasser lesen zu können ist wie eine Sprache zu verstehen. Mit der Zeit erkennen Sie Muster und Zeichen, die Ihnen verraten, wo die Fische stehen und was sie fressen."

Beobachten Sie das Gewässer vor dem Fischen und passen Sie Ihre Strategie an die aktuellen Bedingungen an. Oft ist es sinnvoller, wenige vielversprechende Stellen gründlich zu befischen, als viele Stellen nur oberflächlich.

Gewässertypen und Zielfische

Bach und kleiner Fluss

Fliegenfischer in einem kleinen, klaren Forellenbach
Kleine Bäche erfordern präzises Werfen und vorsichtiges Anpirschen

Kleine Bäche und Flüsse sind oft das klassische Terrain für Fliegenfischer. Sie bieten überschaubare Gewässerstrukturen und häufig gute Bestände an Forellen und Äschen.

  • Charakteristik:
    • Überschaubare Breite (2-10 Meter)
    • Wechsel zwischen Rauschen, Gumpen und ruhigeren Abschnitten
    • Oft klares Wasser mit guter Sicht
    • Häufig bewachsene Ufer mit Hindernissen
  • Typische Zielfische:
    • Bachforelle
    • Regenbogenforelle
    • Äsche
    • Bachsaibling
    • Döbel
  • Empfohlenes Setup:
    • Kurze bis mittellange Rute (7'6"-8'6", #3-5)
    • Schwimmschnur (WF-F)
    • Kurzes bis mittleres Vorfach (7-9 Fuß)
    • Trockenfliegen, kleine Nymphen und kleine Streamer
  • Taktik:
    • Stromaufwärts fischen, um nicht gesehen zu werden
    • Kurze, präzise Würfe
    • Vorsichtiges Anpirschen (niedrige Silhouette)
    • Fokus auf strukturreiche Bereiche (Unterspülungen, Hindernisse)
    • Rollwürfe bei bewachsenen Ufern

In kleinen Gewässern ist die Tarnung besonders wichtig. Tragen Sie unauffällige Kleidung, bewegen Sie sich langsam und vermeiden Sie es, Ihren Schatten auf das Wasser zu werfen. Oft sind die besten Plätze nicht leicht zugänglich – ein bisschen Mühe bei der Anpirschen lohnt sich meist.

Mittelgroßer Fluss

Mittelgroße Flüsse bieten vielfältigere Strukturen und oft eine größere Artenvielfalt. Sie erfordern verschiedene Techniken und ermöglichen längere Würfe.

  • Charakteristik:
    • Breite von etwa 10-30 Metern
    • Tiefere Gumpen und ausgeprägtere Strömungsmuster
    • Verschiedene Bodenstrukturen (Kies, Sand, Fels)
    • Wechsel zwischen schnellen und langsamen Abschnitten
  • Typische Zielfische:
    • Größere Forellen (Bach- und Regenbogenforellen)
    • Äschen
    • Barben
    • Döbel
    • Hechte in ruhigeren Abschnitten
  • Empfohlenes Setup:
    • Mittellange Rute (9', #5-6)
    • Schwimmschnur oder Sinking-Tip je nach Tiefe
    • Mittleres bis langes Vorfach (9-12 Fuß)
    • Vielseitige Fliegenauswahl (Trockenfliegen, Nymphen, Streamer)
  • Taktik:
    • Systematisches Abfischen vielversprechender Strukturen
    • Wechsel zwischen verschiedenen Techniken (Trocken, Nymphe, Streamer)
    • Mending für natürliche Drift
    • Längere Würfe für Erreichbarkeit der Flussmitte
    • Waten für bessere Positionierung

In mittelgroßen Flüssen ist es wichtig, das Gewässer zu "lesen" und die produktivsten Strukturen zu identifizieren. Konzentrieren Sie sich auf Strömungskanten, Einmündungen von Nebenbächen, tiefe Rinnen und Außenkurven. Eine Polarisationsbrille ist hier besonders hilfreich, um Strukturen unter Wasser zu erkennen.

See und Stausee

Fliegenfischer in einem Boot auf einem See bei Sonnenuntergang
Seen erfordern andere Techniken als Fließgewässer und bieten oft größere Fische

Fliegenfischen in stehenden Gewässern unterscheidet sich deutlich vom Fischen in Fließgewässern. Ohne Strömung müssen Sie die Bewegung der Fliege selbst erzeugen und andere Strukturen beachten.

  • Charakteristik:
    • Keine oder minimale Strömung
    • Unterschiedliche Tiefen und Unterwasserstrukturen
    • Temperaturschichtung (besonders im Sommer)
    • Oft reiches Insektenleben an Uferzonen
  • Typische Zielfische:
    • Seeforellen
    • Regenbogenforellen
    • Hechte
    • Barsche
    • Karpfen (zunehmend beliebt beim Fliegenfischen)
  • Empfohlenes Setup:
    • Mittlere bis längere Rute (9'-10', #5-8 je nach Zielfisch)
    • Schwimmschnur für Oberflächenfischen, Intermediate oder Sinkschnur für tiefere Bereiche
    • Längeres Vorfach für scheue Fische (9-15 Fuß)
    • Streamer, Nymphen, Booby Flies, spezielle Seefliegen
  • Taktik:
    • Suchen nach aktiven Fischen (Ringe auf der Oberfläche)
    • Befischen von Strukturen (Unterwasserhügel, Kanten, versunkene Bäume)
    • Verschiedene Einholgeschwindigkeiten testen
    • Boot oder Belly Boat für Zugang zu tieferen Bereichen
    • Früh morgens und abends für beste Aktivität

In Seen ist Geduld besonders wichtig. Oft muss man verschiedene Bereiche, Tiefen und Retrievetechniken ausprobieren, bis man erfolgreiche Muster findet. Ein Echolot kann helfen, Unterwasserstrukturen und Fischschwärme zu lokalisieren.

Küste und Meer

Das Fliegenfischen im Salzwasser bietet einzigartige Herausforderungen und die Möglichkeit, andere Fischarten zu beangeln. An der deutschen Ostseeküste ist besonders das Meerforellenfischen beliebt.

  • Charakteristik:
    • Einfluss von Gezeiten und Strömungen
    • Wechselnde Wassertiefen
    • Wind als ständiger Faktor
    • Sandige oder steinige Untergründe
  • Typische Zielfische:
    • Meerforelle (Ostsee)
    • Hornhecht (saisonal)
    • Wolfsbarsch (Nordsee)
    • Dorsch
  • Empfohlenes Setup:
    • Längere, kräftigere Rute (9'-10', #7-9)
    • Salzwasserbeständige Rolle mit guter Bremse
    • Schwimmschnur oder Intermediate-Schnur
    • Robustes Vorfach (0X-3X)
    • Salzwasserfliegen (Garnelen, Sandaale, Tobis)
  • Taktik:
    • Waten parallel zum Ufer, systematisches Abfischen
    • Beachtung von Strömungskanten und Strukturen
    • Anpassung an Gezeiten (oft bessere Fänge bei auflaufendem Wasser)
    • Windrichtung bei der Platzwahl berücksichtigen
    • Frühe Morgenstunden und Dämmerung für beste Erfolge

Tipp für Küstenfischer: Tragen Sie immer eine Wattweste mit Auftrieb und waten Sie vorsichtig. Informieren Sie sich über lokale Strömungsverhältnisse und Gezeitenzeiten. Spülen Sie Ihre Ausrüstung nach dem Salzwassereinsatz gründlich mit Süßwasser ab, um Korrosion zu vermeiden.

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Schonender Umgang mit Fisch und Regeln

Schonende Handhabung einer Forelle im Wasser vor dem Zurücksetzen
Schonender Umgang mit dem Fisch ist essentiell für sein Überleben nach dem Zurücksetzen

Ein verantwortungsvoller Umgang mit gefangenen Fischen ist ein zentraler Aspekt moderner Fliegenfischerei. Unabhängig davon, ob Sie Fische entnehmen oder zurücksetzen, sollten Sie stets darauf achten, unnötigen Stress und Verletzungen zu vermeiden.

  • Grundregeln für Catch and Release:
    • Verwenden Sie schonende Haken ohne Widerhaken oder drücken Sie den Widerhaken an
    • Minimieren Sie die Drillzeit, besonders bei warmen Wassertemperaturen
    • Verwenden Sie einen knotenfreien, gummierten Kescher
    • Halten Sie den Fisch im Wasser, während Sie den Haken lösen
    • Nasse Hände vor dem Berühren des Fisches (schützt die Schleimschicht)
    • Halten Sie den Fisch horizontal im Wasser, nie vertikal an den Kiemen
    • Minimieren Sie die Zeit außerhalb des Wassers (max. 5-10 Sekunden für Fotos)
    • Unterstützen Sie den Fisch beim Freilassen, bis er aus eigener Kraft wegschwimmt

Wichtig: Bei Wassertemperaturen über 20°C sollten Sie das Fliegenfischen auf Salmoniden (Forellen, Äschen, etc.) einstellen oder zumindest auf Catch and Release verzichten. Der zusätzliche Stress durch den Drill kann bei warmen Temperaturen zum verzögerten Tod der Fische führen.

Neben dem schonenden Umgang mit Fischen gibt es weitere wichtige Regeln und ethische Grundsätze beim Fliegenfischen:

  • Rechtliche Rahmenbedingungen:
    • Gültiger Fischereischein und Gewässererlaubnis sind Pflicht
    • Beachtung von Schonzeiten und Mindestmaßen
    • Einhaltung lokaler Regelungen (z.B. Fly-Only-Strecken, spezielle Ködervorschriften)
    • In vielen Gewässern ist selektives Catch a